Alkohol am Steuer

Sie wurden mit Alkohol am Steuer erwischt? Oder Sie suchen Informationen zum Thema Alkohol am Steuer? Dann sind Sie hier richtig.

In diesem Beitrag bekommen sie die wichtigsten Infos rund ums Thema Alkohol am Steuer im Verkehrsrecht. Hier erfahren Sie, welche Promillegrenzen gelten, was passiert, wenn sie alkoholisiert erwischt wurden, welche Strafen drohen und wann ein Fahrverbot verhängt wird.

Alkohol am Steuer – Aber keinen Unfall verursacht

Egal ob Unfall oder nicht, Alkohol am Steuer gefährdet nicht nur Sie selbst, sondern auch ihre Mitfahrer und andere Verkehrsteilnehmer. Denn durch den Alkoholeinfluss erhöht sich die Reaktionszeit des Fahrers, die Wahrnehmung verändert sich und die Sicht kann unscharf werden. Diese und noch weitere Faktoren können dazu führen, dass Sie einen Unfall bauen.

Aber:

Ein Glas Alkohol führt nicht zwangsläufig für jeden zu einer Straftat oder Ordnungswidrigkeit. Wenn Sie sich im Verkehr korrekt verhalten und normales Fahrverhalten an den Tag legen, dann drohen Ihnen normalerweise keine Strafen, auch wenn Sie zwischen 0,3 und 0,5 Promille intus haben. Es sei denn Sie sind Fahranfänger oder unter 21. Dazu später mehr.

Strafen bei Alkohol am Steuer ohne Unfall

Wenn Sie ab 0,3 Promille unterwegs sind und Fahrunsicherheiten und Ausfallerscheindungen bemerkbar sind, zum Beispiel:

  • Schlangenlinien fahren
  • über rote Ampel fahren
  • zu schnell fahren
  • von der Straße abkommen

dann können bereits 0,3 Promille zu einer Straftat führen. Und Sie können je nach Maß der Fahrunsicherheiten und Ausfallerscheinungen mit bis zu drei Punkten in Flensburg, Führerscheinentzug, Freiheits- oder Geldstrafen rechnen.

Wenn sie mit 0,5 – 1,09 Promille angehalten werden, aber keine Ausfallerscheinungen auffallen, das heißt:

  • Sie fahren nicht unauffällig
  • Sie haben keinen Unfall verursacht
  • Sie sind klar Ansprechbar

dann haben sie keine Straftat begangen. In diesem Fall spricht man nur von einer relativen Fahruntüchtigkeit, die als Ordnungswidrigkeit gilt.

Als Ersttäter gelten folgende Strafen:

  • Bußgeld von 500 €
  • 2 Punkte in Flensburg
  • 1 Monat Fahrverbot

Zweites mal erwischt? Dann gelten diese Strafen:

  • Bußgeld von 1000 €
  • 2 Punkte in Flensburg
  • 3 Monate Fahrverbot

Beim dritten Mal:

  • 1500 € Bußgeld
  • 2 Punkte in Flensburg
  • 3 Monate Fahrverbot

Erst ab 1,1 Promille wird von einer absoluten Fahruntüchtigkeit gesprochen. In diesem Fall haben Sie eine Straftat begangen, auch ohne Unfall oder Fahrunsicherheiten. Diese Straftat wird mit einer Geldstrafe und eventuell auch einer Freiheitsstrafe geahndet. In der Regel wird weiterhin die Fahrerlaubnis entzogen.

Alkohol am Steuer – Unfall verursacht

Wer aufgrund von Alkohol am Steuer einen Unfall verursacht, kann bereits ab einem Wert von 0,3 Promille hohe Strafen auferlegt bekommen. Denn in diesem Fall liegt gemäß § 315c des Strafgesetzbuches (StGB) eine Gefährdung des Straßenverkehrs vor.

Dabei kann es schon ab 0,3 Promille aufwärts bis zu 3 Punkte in Flensburg, eine Geldstrafe, eine Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren und einen Führerscheinentzug mit einer Sperrfrist von 6 Monaten bis 5 Jahren (oder dauerhaft) geben.

Alkohol am Steuer: Mit 1,6 Promille steht eine MPU an

Wer mit einem Promillewert von 1,6 oder mehr im Verkehr erwischt wird, muss in der Regel nicht nur mit Geld – und/oder Freiheitsstrafen rechnen, sondern muss darüber hinaus eine Medizinisch-Psychologie Untersuchung (MPU) ablegen. Diese wird benötigt, um in Zukunft wieder eine Fahrerlaubnis zu beantragen und die Fahreignung zu gewährleisten. Auch Wiederholungstäter, die mit weniger Promille erwischt werden, müssen eine MPU ablegen.

Alkohol am Steuer unter 21 Jahren

Für Jugendliche unter 21 Jahren gelten besonders strenge Regeln. In diesem Fall gilt ein vollständiges Alkoholverbot. Wurden Sie trotzdem mit Alkohol am Steuer erwischt wurden, dann haben sie mindestens eine Ordnungswidrigkeit begangen.

  • Strafen bei unter 0,5 Promille:
    1 Punkt in Flensburg, 250 Euro Bußgeld
  • Strafen ab 0,5 Promille:
    2 Punkte in Flensburg, 500 Euro (oder mehr) Bußgeld, mindestens 1 Monat Fahrverbot
  • Ab 1,1 Promille:
    3 Punkte in Flensburg, Entzug des Führerscheins, Freiheitsstraße von 1-5 Jahren (§§ 315c, 316 Strafgesetzbuch – StGB) oder Geldstrafen

Übrigens:

Bei wiederholten Trunkenfahrten über 0,5 Promille muss mehr Bußgeld gezahlt werden und man kann zusätzlich mit längeren Fahrverboten rechnen.

Alkohol am Steuer in der Probezeit

Fahranfänger haben aufgrund mangelnder Erfahrung ein erhöhtes Unfallrisiko. Deshalb gilt bei Fahranfängern in der Probezeit (die normalerweise 2 Jahre dauert) ein absolutes Alkoholverbot. Bei Alkohol in der Probezeit wird zwischen 2 Vergehens-Stärken unterschieden. Und zwar zwischen schwerwiegenden Vergehen (A-Verstößen) und weniger schwerwiegenden Vergehen (B-Verstößen).

Alkohol in der Probezeit gilt als A-Verstoß. Bei einem A-Verstoß wird die Probezeit von 2 Jahren auf 4 Jahre verlängert. Weiterhin muss ein Bußgeld von 250 € gezahlt werden man bekommt einen Punkt in Flensburg. Darüber hinaus wird ein Aufbauseminar angeordnet.

Wann erhalte ich den Brief bei Alkohol am Steuer?

In der Regel dauert es 4-6 Wochen, bis nach der Alkoholfahrt ein Bußgeldbescheid bei Ihnen ankommt.

Bußgeldbescheid bekommen? So können Sie dagegen vorgehen

Wie bereits im Beitrag erklärt, drohen bei Alkohol am Steuer folgende Konsequenzen:

  • Bußgeld
  • Fahrverbot
  • Eintrag ins Fahreignungsregister

Viele Bußgeldbescheide sind wegen formeller Fehler jedoch unwirksam. Ebenso kann es sein, dass die erhobenen Vorwürfe nicht ausreichend nachweisbar sind.

Eine Blutalkoholkonzentration von über 0,5 Promille ist nach § 24a der StVG (Straßenverkehrsgesetz) eine Ordnungswidrigkeit. Hierfür kann ein Bußgeld und sogar ein Fahrverbot verhängt werden. In der Probezeit gilt sogar eine Promillegrenze von 0,0. Bei einem Verstoß wird neben einem Bußgeld auch ein Eintrag in das Fahreignungsregister vorgenommen (ein Punkt in Flensburg), die Probezeit verlängert sich und es wird ein Aufbauseminar angeordnet.

Lassen Sie Ihren Bußgeldbescheid also am Besten von unseren spezialisierten Rechtsanwälten prüfen, um Ihre Erfolgsaussichten zu erfahren und gegen den Bescheid vorzugehen. Mit der richtigen Begründung wird das Verfahren meist schon nach Erheben des schriftlichen Einspruchs eingestellt und die Vorwürfe fallen gelassen.

Beachten Sie hierbei vor allem, dass Sie nur 14 Tage nach Erhalt des Bußgeldbescheids Zeit haben, den Einspruch schriftlich einzureichen.


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