Fahrverbot: Wie Sie Widerspruch einlegen

Das Fahrverbot ist eine der höchsten Maßnahmen, die es im Bußgeldkatalog gibt. In der Regel wird es nicht alleinstehend verhängt, sondern ist mit Punkten in Flensburg und Bußgeldern verbunden. Ein Fahrverbot wird normalerweise nur bei besonders schwierigen Fällen verhängt. Beispielsweise wenn die Sicherheit des Verkehrs stark beeinträchtigt wurde.

Wem das Fahrverbot auferlegt wurde, der darf im Straßenverkehr keine Kraftfahrzeuge mehr führen. Das ist besonders für Berufskraftfahrer problematisch, die aus finanzieller Sicht auf ihren Führerschein angewiesen sind. Doch in einigen Fällen können sie das Fahrverbot umgehen bzw. umwandeln.

In diesem Beitrag erfahren Sie alles Wissenswerte über das Fahrverbot, ab wann ein Fahrverbot droht und wie Sie das Fahrverbot umgehen können.

Fahrverbot in Deutschland: Ab wann gelten Fahrverbote?

Ein Fahrverbot kann auf zwei verschiedene Arten festgelegt werden:

  1. Das Fahrverbot steht im Bußgeldbescheid
  2. Das Fahrverbot wird in einem Urteil des Strafgerichts aufgrund einer Straftat im Straßenverkehr verhängt

Ab wann droht aber nun ein Fahrverbot?

In der Regel wird ein Fahrverbot immer dann verhängt, wenn man zwei Punkte in Flensburg kassiert. Das heißt, bei Ordnungswidrigkeiten, die nur einen Punkt zur Folge haben, droht meist noch kein Fahrverbot. Im Folgenden erfahren Sie, wann ein Fahrverbot droht.

Geschwindigkeitsverstöße

Der Bußgeldkatalog legt in Deutschland fest, ab welchen Geschwindigkeiten unter welchen Bedingungen ein Bußgeld verhängt wird.

Ab 41 km/h außerorts: 1 Monat Fahrverbot, 2 Punkte in Flensburg
Ab 61 km/h außerorts: 2 Monate Fahrverbot, 2 Punkte in Flensburg,
Über 79 km/h außerorts, 3 Monate Fahrverbot, 2 Punkte in Flensburg
Ab 31 km/h innerorts: 1 Monat Fahrverbot, 2 Punkte
ab 51 km/h innerorts: 2 Monate Verbot, 2 Punkte
ab 61 km/h Innerorts: 3 Monate Verbot, 2 Punkte
Tempoüberschreitung in 30er-Zone:

ab 31 km/h Tempoüberschreitung: 1 Monat Fahrverbot,  2 Punkte
ab 51 km/h Tempoüberschreitung: 2 Monate Fahrverbot, 2 Punkte
Ab 61 km/h Tempoüberschreitung: 3 Monate Fahrverbot, 2 Punkte

Alkohol und Drogen am Steuer

Wer mit Alkohol oder Drogen am Steuer erwischt wird, muss in den meisten Fällen mit einem Fahrverbot rechnen.

Ab 0,5 Promille 1. Mal erwischt: 1 Monat Fahrverbot, 2 Punkte in Flensburg
Ab 0,5 Promille 2. Mal erwischt: 3 Monate Fahrverbot, 2 Punkte in Flensburg
Fahranfänger: Ab 0,1 Promille Fahrverbot
Gegen Drogengesetz 1. Mal verstoßen: 1 Monat Fahrverbot, 2 Punkte in Flensburg
Gegen Drogengesetz 2. Mal verstoßen: 3 Monate Fahrverbot, 2 Punkte in Flensburg

Rote Ampel überfahren

Wer eine Rote Ampel überfährt, bekommt lediglich ein Fahrverbot verhängt, wenn er die Rotphase von einer Sekunde überschreitet, er einen Menschen gefährdet oder Sachbeschädigung vorliegt.

Wann ein Mensch als gefährdet gilt, ist im Strafgesetzbuch in § 315c StGB festgelegt:

“Wer im Straßenverkehr […] Leib oder Leben eines anderen Menschen oder fremde Sachen von bedeutendem Wert gefährdet, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.”

Abstandsverstöße

Abstandsverstöße führen bei einer Geschwindigkeit ab 100 km/h zu einem Fahrverbot.

Wenn Abstand weniger als 3/10 des halben Tachowertes: 2 Punkte + 1 monat Fahrverbot
Wenn Abstand weniger als 2/10 des halben Tachowertes: 2 Punkte + 2 monat Fahrverbot
Wenn Abstand weniger als 1/10 des halben Tachowertes: 2 Punkte + 3 monat Fahrverbot

Extra-Hinweis:

In der Probezeit können Fahrverbote sehr schnell und früh verhängt werden, denn A-Verstöße werden hier besonders streng geahndet.

Wann muss ich das Fahrverbot antreten?

Wenn Sie ein Ersttäter sind, können Sie sich innerhalb einer viermonatigen Frist aussuchen, ab wann sie das Fahrverbot antreten möchten. Sie gelten als Ersttäter, wenn sie in den letzten zwei Jahren kein großes Vergehen begangen haben. Als Wiederholungstäter sieht das anders aus. Hier müssen Sie das Fahrverbot sofort antreten, sobald es rechtskräftig wirksam wird.

Übrigens: In beiden Fällen müssen Sie das Fahrverbot an einem Stück ableisten. Das heißt, Sie können es nicht splitten.

Fahrverbot umgehen oder umwandeln: So gehen Sie vor

Ein Bußgeldbescheid, der ein Fahrverbot beinhaltet, ist insbesondere für Berufsfahrer ein großes Problem. Deswegen ist klar, dass viele Berufsfahrer an dieser Stelle überlegen, ob und wie sie ein Fahrverbot in eine andere Strafe umwandeln können.

Für wen und in welchen Fällen ist das möglich?

In der Regel ist die Umwandlung eines Fahrverbots in Einzelfällen zwar möglich, aber nicht immer einfach. Es empfiehlt sich, dass Sie sich hierzu kompetent beraten lassen bzw. einen Anwalt zu Rate ziehen.

Wir beraten Sie hierzu gerne kostenfrei und verbinden Sie mit spezialisierten Anwälten für Verkehrsrecht, die für Sie eintreten.

Übrigens:

In folgenden Fällen stehen die Chancen einer Umwandlung eher gering:

  1. Wenn Alkohol involviert war
  2. Wenn Punkte in Flensburg verhängt wurden
  3. Bei Wiederholungstätern

Dennoch ist eine Umwandlung auch in solchen Fällen möglich. Um das Fahrverbot zu umgehen, müssen Sie folgende zwei Schritte gehen:

  1. Einspruch einlegen:
    Als Erstes überprüfen Sie, ob ein Einspruch in Ihrem Fall Sinn machen würde. Dafür stehen Ihnen unsere Experten zur Verfügung und geben Ihnen eine kostenfreie Ersteinschätzung.

  2. Gut Begründen:
    Sie müssen nun entweder selber (oder empfohlenerweise mithilfe eines Anwalts) vor Gericht gut begründen, warum eine Umwandlung beantragt wird. Gute Gründe sind “Unzumutbare Härte” oder “Augenblicksversagen”.

“Unzumutbare Härte” bedeutet, dass Ihre Existenz und ihr Arbeitsplatz gefährdet sind. Der Sinn eines Fahrverbots soll die Disziplinierung des Täters sein, aber nicht sein wirtschaftlicher Ruin.

Ein “Augenblicksversagen” kann Sie vom Fahrverbot befreien, wenn sie normalerweise im Verkehrsverhalten keine auffälligen Verletzungen des Verkehrsrechts gezeigt haben.
Unter einem Augenblicksversagen kann man ein sehr kurzfristiges Fehlverhalten, bzw. ein verständliches Fehlverhalten verstehen.

Hier einige Beispiele für Augenblicksversagen:

  • Der Fahrer wartet 3 Minuten vor einer roten Ampel und fährt dann über rot, weil er denkt, dass die Ampel kaputt ist
  • Der Fahrer ist dabei über rot zu fahren, aber hält noch an, da er seinen Fehler bemerkt
  • Die Geschwindigkeit wurde überschritten, aber das Verkehrsschild mit der Geschwindigkeit war von einem parkenden LKW verdeckt
  • Ein Fahrer fährt zu schnell, um seinem kranken Vater zur Hilfe zu eilen
  • Eine rote Ampel wurde aufgrund eines vereisten Bodens im Winter überfahren, aber der Fahrer hat versucht anzuhalten

Auch an dieser Stelle empfehlen wir Ihnen die kostenfreie Beratung unserer Rechtsexperten. Denn in vielen Fällen ist es nicht ganz klar, ob eine individuelle Situation, die zu dem Fahrverbot geführt hat, als unzumutbarer Härtefall oder Augenblicksversagen deklariert werden kann.

Hinzu kommt, dass das Verhandlungsgeschick bei einer Umwandlung eines Fahrverbots von allergrößter Wichtigkeit ist. Wir empfehlen Ihnen das den Profis zu überlassen.

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