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Arbeitszeugnis prüfen lassen – Welche Optionen habe ich?

Zeugnis prüfen

Hast du ein Arbeitszeugnis bekommen, dass fehlerhaft ist oder deinen Ansprüchen nicht genügt? Oder bist du dir nicht sicher, wie gut dein Zeugnis tatsächlich ist und möchtest es lieber von Experten prüfen lassen? Damit bist du nicht allein. Immer öfter stellen Vorgesetzte Zeugnisse aus, die nicht die Realität abbilden, oder gar Fehler enthalten.

Damit du bei deiner nächsten Bewerbung nicht riskierst, aufgrund des Zeugnisses, deinen Traumjob zu verpassen, lohnt sich eine Prüfung.

Arbeitgebern können viele Fehler bei der Erstellung deines Zeugnisses unterlaufen. Das kann dann schnell zu Nachteilen des Arbeitnehmers führen. Deshalb ist eine besondere Vorsicht geboten. Kleinere Mängel erkennen Arbeitnehmer oft selbst und können diese dann, durch ein Gespräch mit dem Vorgesetzten, beheben lassen.

Allerdings sind nicht alle Fehler sofort für jeden zu entdecken. Auch vermeintliche Kleinigkeiten, wie das Fehlen des Datums auf dem Arbeitszeugnis, können leicht übersehen werden. Doch genau auf diese Details kommt es an.

Worauf beim Arbeitszeugnis unbedingt zu achten ist

Grundsätzlich sollten Arbeitszeugnisse stets in verschiedene Bereiche unterteilt sein. Dazu zählen etwa Sozialverhalten, Fachwissen, Motivation, Arbeitsweise und Arbeitsbefähigung. Zum Schluss steht dann eine Zusammenfassung der Leistungen. Dabei gilt es zu beachten, dass jeder einzelne Bereich mit einer Schulnote bewertet werden kann. Das Auslassen einer Bewertung ist dabei tatsächlich schlechter zu bewerten als eine negative Bewertung selbst. Steht z.B. nichts zum Fachwissen des Arbeitnehmers im Zeugnis, geht ein Personaler davon aus, dass kein Fachwissen vorhanden war und es deswegen auch nicht erwähnt wird.

Wie Legalhero Arbeitszeugnisse checkt

Die meisten Zeugnisse lesen sich durchweg positiv, weil nicht gleich auffällt, dass ein Teilbereich ausgelassen wurde. Positive Formulierungen können eine negative Bewertung verstecken. Unsere Experten nutzen dazu einerseits ihre juristische Erfahrung, andererseits eine künstliche Intelligenz (KI), die das Arbeitszeugnis sofort entschlüsselt und dabei wichtige Bestandteile erkennt und bewertet. Auch das Fehlen von relevanten Bereichen wird natürlich erkannt und fließt entsprechend in die Bewertung ein. Am Ende ergibt sich ein umfassendes Prüfungsergebnis, dass die Floskeln in den verschiedenen Bewertungsbereichen in Schulnoten übersetzt und dir sinnvolle Verbesserungsvorschläge aufzeigt.

Legalhero Bewertungsschema

Zeugnis prüfen

Wie kann ich das Zeugnis verbessern lassen?

Sobald du deine Auswertung erhalten hast, weißt du wo die Stärken und Schwächen deines Zeugnisses liegen. Mit den Verbesserungsvorschlägen, die du von uns bekommst, kannst du dann zu deinem Chef gehen. Mit konkreten Forderungen weiß dein Vorgesetzter dann, wie er dein Zeugnis anpassen sollte. In den meisten Fällen stellen Arbeitgeber dann ein verbessertes Zeugnis aus und die Sache hat sich erledigt. Aber Achtung: Mach es deinem Arbeitgeber so einfach wie möglich.

Was tun, wenn der Arbeitgeber mein Zeugnis nicht verbessern will?

Nicht immer kommen Arbeitgeber deinen Forderungen vollständig nach. Notfalls können Änderungen im Arbeitszeugnis auch vor Gericht durchgesetzt werden. Wir raten jedoch im Allgemeinen davon ab. Denn im Allgemeinen hast weder du, noch der Arbeitgeber, noch die Gerichte Zeit und Kapazitäten sich um ein Arbeitszeugnis zu streiten. So weit sollte es also am besten gar nicht erst kommen.

Sollte der Arbeitgeber deinen Forderungen nicht nachkommen, helfen wir dir dabei, das Arbeitszeugnis schnell und unkompliziert zu erhalten. Eine gute Option dabei ist es, das Arbeitszeugnis einfach selber zu schreiben. Arbeitgeber lassen sich gerne die Arbeit abnehmen, das Zeugnis erstellen zu müssen. Wenn dir also angeboten wird, ein eigenes Zeugnis zu schreiben, ist das eine gute Chance dein Traumzeugnis zu erhalten. Nutze dabei auf jeden Fall stets ein Tooling wie es Personaler verwenden oder greif auf einen Experten zurück, der sich tagtäglich mit dem Thema beschäftigt. Schließlich möchtest du bei einem so wichtigen Thema wie dem Arbeitszeugnis keinesfalls einen Fehler machen.

Auf welche Formulierungen es ankommt und wie diese zu bewerten sind, kannst du hier nachlesen.

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Offener Lohn – Was tun wenn der Chef nicht zahlt?

Es ist Ende des Monats doch es ist noch kein Lohn auf dem Konto eingegangen? Für die meisten Arbeitnehmer ein absolutes Horrorszenario. In diesem Artikel erfährst du, wie du dich verhalten solltest, wenn du deinen Lohn nicht, oder nicht vollständig, erhältst. 

Dass dein Lohn nicht da ist kann viele Gründe haben, doch in jedem Fall hat der Arbeitnehmer darunter zu leiden. Schließlich ist er auf den Lohn angewiesen, für den er gearbeitet hat. 

Zunächst gilt es Ruhe zu bewahren. Sprich deinen Vorgesetzten auf das fehlende Gehalt an. Oft handelt es sich schlicht um einen Fehler in der Buchhaltung, der schnell behoben werden kann. Falls der Lohnrückstand jedoch andere Gründe hat, ist Vorsicht geboten.

Fall einreichen

Wann gerät der Arbeitgeber eigentlich in Zahlungsverzug? 

Die Vergütung ist immer erst nach der geleisteten Arbeit zu zahlen. Der Arbeitnehmer muss also erst arbeiten, dann muss der Arbeitgeber das Gehalt bezahlen. 

In den meisten Fällen wird als Fälligkeitsdatum für die Auszahlung des Lohns ein bestimmter Tag des Monats festgelegt, entweder im Arbeitsvertrag oder in einem für das Arbeitsverhältnis geltenden Tarifvertrag. Dann kommt das Gehalt beispielsweise zum 15. oder zum Monatsende. Sollte das Gehalt bis zu diesem Datum fehlen, gerät der Arbeitgeber in Verzug, ohne dass es einer Mahnung bedarf. 

Welche Ansprüche habe ich als Arbeitnehmer? 

Wenn der Lohn nicht rechtzeitig gezahlt wird, hat das negative Konsequenzen für dich. Schließlich gibt es viele laufende Zahlungen, die zu Monatsbeginn fällig sind. Sollte beispielsweise die Miete nicht gezahlt werden können, droht Ärger mit dem Vermieter. 

Glücklicherweise stehst du vor dem Gesetz als Gläubiger gut da. Im BGB ist geregelt, dass der Arbeitgeber den Schaden ersetzen muss, der möglicherweise durch die ausgebliebene Zahlung entstanden ist. Außerdem ist dein Arbeitgeber verpflichtet, Verzugszinsen zu zahlen, die mindestens in Höhe von fünf Prozentpunkten über dem Basiszinssatz pro Jahr liegen. 

Kein Lohn da – Diese 6 Schritte solltest du einhalten 

1. Schau in deinen Arbeitsvertrag nach Ausschlussfristen
Arbeits- oder Tarifverträge beinhalten oft Ausschlussklauseln. In dieser Klausel ist eine Ausschlussfrist festgelegt. Demnach müssen deine Ansprüche innerhalb dieser Frist geltend gemacht werden. Meist beträgt die Frist zwei, drei oder sechs Monate. Nach Ablauf dieser Frist ist dein Anspruch dann verfallen! Deine Ansprüche machst du am besten geltend, indem du deinen offenen Lohn schriftlich anmahnst. 

2. Mahn deine offenen Gehaltszahlungen schriftlich an 
Als Abmahnung empfiehlt sich eine E-Mail oder ein Fax. Du solltest später in der Lage sein, die Zustellung der Abmahnung beweisen zu können. Wichtig ist, dass du dem Verantwortlichen klar deutlich machst, dass ein bestimmter Geldbetrag offen ist. Fordere deinen Chef auf diesen Betrag umgehend zu begleichen. 

3. Verweigere die Arbeitsleistung 
Sollte das Gehalt noch immer nicht gezahlt worden sein, kannst du von deinem “Zurückbehaltungsrecht” gebrauch machen. Das bedeutet, dass du die Arbeit einstellen kannst. Du solltest dies aber unbedingt vorher schriftlich androhen. 

Des Weiteren kannst du die Arbeit nicht einfach einstellen, wenn

… der Lohnrückstand weniger als zwei Monatsgehälter beträgt
… dem Arbeitgeber ein unverhältnismäßig hoher schaden durch die Arbeits-
verweigerung entsteht
… der Lohnrückstand wohl nicht von langer Dauer sein wird
… es sich bei den Lohnforderungen um Insolvenzforderungen handelt.

4. Verlange Zinsen und Schadensersatz 
Solltest du weiteren finanziellen Schaden erhalten haben, weil das Gehalt nicht rechtzeitig kam, hast du einen Anspruch auch Schadensersatz. Sollten also z.B. Steuernachteile aufkommen, weil du wegen der Verspäteten Zahlung des Gehalts mehr Steuern zahlen musstest als Gewöhnlich, ist dein Arbeitgeber verpflichtet diese zu übernehmen. 

5. Hol dir Rechtsbeistand 
Wenn bisher nichts deinen Chef zur Zahlung des Lohns bewegen konnte, ist es ratsam den Weg vor das Arbeitsgericht zu gehen. Legalhero ist dir in einem solchen Fall behilflich. Bevor unsere Partneranwälte eine Klage für dich einreichen, wenden sich unsere Rechtsexperten an deinen Arbeitgeber und überzeugen ihn dein gehalt zu bezahlen, bevor er in weitere finanzielle Nöte gerät. 

6. Kündige fristlos und klage das Gehalt und eine Abfindung ein
Als letztes Mittel kannst du fristlos kündigen. Voraussetzung dafür ist, dass dein Arbeitgeber mit der Zahlung des Lohns zeitlich oder der Höhe nach erheblich in Verzug geraten ist. Es muss vorab mindestens eine Abmahnung erfolglos geblieben sein. 

Nach der Kündigung solltest du binnen zwei Wochen eine Klage einreichen.  

Fall einreichen


Arbeitszeugnis – Woher weiß ich, wie gut mein Arbeitszeugnis wirklich ist?

Arbeitszeugnisse scheinen meist aus komplizierten Formulierungen und versteckten Botschaften zu bestehen. Einige Sätze klingen durchweg positiv, jedoch versteckt sich hinter dem vermeintlichen Lob oft eine ganz andere Bedeutung. Diese Verschlüsselung der eigentlichen Bewertung ist auf den ersten Blick nur schwer zu durchschauen. Daher ist es häufig ratsam einen Experten zu fragen, welche Note und versteckte Botschaft sich in dem Arbeitszeugnis wirklich verbirgt. Dies können neben Anwälten insbesondere auch Personaler sein, denn die verfassen täglich Zeugnisse.

Dieser Artikel soll dir eine Übersicht darüber geben, worauf es zu achten gilt und wie du die tatsächliche Bewertung deiner Arbeitsleistung erkennst. 

Zeugnis prüfen

Das Arbeitszeugnis entschlüsseln 

Arbeitszeugnisse müssen stets „wohlwollend“ formuliert sein. Diese Tatsache führt allerdings häufig zu Missverständnissen, da viele Arbeitnehmer die wahre Bedeutung hinter einem positiv formulierten Satz nicht gleich erkennen. Arbeitgeber nutzen häufig “Codes”, um eine schlechte Bewertung zu verstecken. So klingt der Satz „Er/Sie erledigte alle Aufgaben mit großem Fleiß und Interesse.“ erst einmal nach einer guten Bewertung. Er bedeutet jedoch in Wirklichkeit, dass der Mitarbeiter seine Aufgaben im Ergebnis (deswegen wird hierüber auch nichts gesagt) nur ungenügend erfüllt hat.

Werden “Selbstverständlichkeiten” wie etwa das pünktliche Erscheinen zur Arbeit gelobt, dann erfüllte der Mitarbeiter auch nur diese Mindestanforderungen und nicht viel darüber heraus. War der Arbeitnehmer “stets bemüht” seine Aufgaben zu erfüllen, kann diese Formulierung durchaus wörtlich verstanden werden, da er seine Aufgaben wohl erledigen wollte, es jedoch nicht geschafft hat. Diese Formulierung ist mit der Schulnote 5 zu bewerten. 

Auch wenn der Mitarbeiter “alle Aufgaben zur vollen Zufriedenheit” erledigte (entspricht Note 3), klingt das zunächst nach einer tollen Bewertung, jedoch lautet dieser Satz bei einer tatsächlich guten Bewertung “Der Arbeitnehmer erfüllte stets alle Aufgaben zu unserer vollsten Zufriedenheit” (entspricht Note 1). Dieser kleine Unterschied fällt jedem Personaler sofort ins Auge, da dieser eine immense qualitative Abweichung darstellt. 

Fehlen einer Bewertung 

Grundsätzlich sollte zu jedem der folgenden Bereiche eine Bewertung vorhanden sein: 

  • Fachwissen: Sachkompetenz, Fortbildungen 
  • Arbeitsbefähigung / Können: Denk- und Urteilsvermögen sowie Auffassungsgabe 
  • Motivation: Leistung und Arbeitsbereitschaft 
  • Arbeitsweise: Arbeitsergebnis, -qualität, -menge und -erfolg 
  • Führungsfähigkeit: Bei Vorliegen von Führungsverantwortung sollte natürlich auch die Fähigkeit Mitarbeiter zu führen abgebildet sein
  • Leistungszusammenfassung: Zusammenfassende Leistungsbeurteilung 
  • Soziales Verhalten: Internes und externes Verhalten sowie Auftreten 
  • Schlussformel: Danksagung und Zukunftswünsche 

Was viele Arbeitnehmer nicht wissen: Fehlt eine Beurteilung, beispielsweise zur Arbeitsweise, komplett, kann dies als ungenügende Beurteilung aufgefasst werden und ist somit unter Umständen (hier kommt es natürlich auch auf den Gesamtzusammenhang an) noch schlechter, als ein versteckter Code. 

Das Fehlen einer Beurteilung zu einem gewissen Bereich übersieht ein Arbeitnehmer leicht, ein Personalchef jedoch nicht. Er weiß, dass die Leistung anscheinend so schwach war, dass sie nicht einmal eine Erwähnung im Arbeitszeugnis findet. Das könnte dich deinen Traumjob kosten! 

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Was bei einer negativen Bewertung zu tun ist, kannst du hier lesen. 

Arbeitszeugnis – Was gibt es zu beachten?

Ein gutes Arbeitszeugnis erhöht die Chance auf deinen Traumjob erheblich! Es ist deine persönliche Leistungs- und Führungsbewertung und darf deshalb in einer Bewerbung auf keinen Fall fehlen. Weil dieses Dokument so wichtig ist, gibt es einige Punkte zu beachten: Wie muss das Zeugnis formuliert sein? Welche Arten von Zeugnissen gibt es und wann muss mir mein Arbeitgeber ein Zeugnis ausstellen? 

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Einfaches und qualifiziertes Arbeitszeugnis 

Grundsätzlich wird zwischen einem einfachen und einem qualifizierten Arbeitszeugnis unterschieden. Das einfache Arbeitszeugnis beinhaltet lediglich Angaben über die Person und die Art und Dauer der Beschäftigung. Ein qualifiziertes Arbeitszeugnis enthält darüber hinaus eine Leistungsbeurteilung des Arbeitnehmers. 

Ein einfaches Arbeitszeugnis solltest du lediglich dann akzeptieren, wenn du nur für kurze Zeit im Unternehmen gearbeitet hast und dein Arbeitgeber noch keine Chance hatte, dein Verhalten und deine Leistungen zu beurteilen. In jedem anderen Fall hast du das Recht, ein qualifiziertes Arbeitszeugnis zu verlangen.

Wann kann ein Arbeitszeugnis verlangt werden?  

Wird ein Arbeitsverhältnis beendet – ganz egal wodurch –, hast du als Arbeitnehmer einen rechtlichen Anspruch auf ein qualifiziertes Arbeitszeugnis. Dann ist der Arbeitgeber verpflichtet dir ein Zeugnis auszustellen. Doch auch wenn das Arbeitsverhältnis nicht beendet wird, darf jederzeit ein Zwischenzeugnis verlangt werden. Früher musstest du dafür in rechtlicher Hinsicht ein “berechtigtes Interesse” an einem Zwischenzeugnis haben. Heutzutage reicht der bloße Wunsch nach einem Zwischenzeugnis bereits vollkommen aus. 

Was muss ein qualifiziertes Zeugnis beinhalten? 

Ein qualifiziertes Zeugnis enthält folgende Informationen:

  • Name und Anschrift des Unternehmens
  • Aktuelles Datum
  • Persönliche Angaben des Arbeitnehmers (Name, Geburtsdatum, etc.)
  • Beginn und Ende des Arbeitsverhältnisses
  • Beschreibung der Tätigkeiten des Arbeitnehmers
  • Bewertung der Leistung
  • Schlussformulierung

Der Grund für die Beendigung des Arbeitsverhältnisses wird nur aufgenommen, wenn der Arbeitnehmer dies explizit wünscht. Ein solcher Satz könnte z.B. “Frau Meyer verlässt das Unternehmen auf eigenen Wunsch.” lauten. 

Wenn alle oben genannten Punkte richtig im Zeugnis genannt wurden, solltest du den Inhalt der Bewertung gründlich unter die Lupe nehmen. 

Versteckte Formulierungen erkennen

In §109 (2) der Gewerbeordnung heißt es:

“Das Zeugnis muss klar und verständlich formuliert sein. Es darf keine Merkmale oder Formulierungen enthalten, die den Zweck haben, eine andere als aus der äußeren Form oder aus dem Wortlaut ersichtliche Aussage über den Arbeitnehmer zu treffen.”

Das heißt konkret: Versteckte Formulierungen sind verboten! 

Trotzdem versteckt sich hinter einigen positiv formulierten Sätzen oft eine ganz andere Bedeutung. So scheint der Satz “Alle Arbeiten erledigte Frau Meyer mit großem Fleiß und Interesse.” durchweg positiv zu sein. Eigentlich bedeutet dieser Satz aber, dass Frau Meyer keinen Erfolg bei Ihren Aufgaben hatte. Erkennt Frau Meyer die versteckte Formulierung nicht und reicht das Zeugnis unwissend und nichtsahnend beim nächsten Arbeitgeber ein, könnte ihre Bewerbung daran scheitern. 

Für Arbeitnehmer sind diese “versteckten Bewertungen” oft schwer zu erkennen und zu verstehen. Doch bevor du eine Absage auf deine nächste Bewerbung riskierst, ist es besser das Arbeitszeugnis direkt nach Erhalt gründlich zu kontrollieren lassen. 

Was bei negativer Bewertung zu tun ist  

Solltest du eine negative Beurteilung, die nicht der Wahrheit entspricht, in deinem Zeugnis entdecken, brauchst du diese nicht einfach zu akzeptieren. Besonders offensichtlich gehässige Formulierungen, wie “Frau Meyer war zuweilen pünktlich.” sind verboten, unabhängig von der tatsächlichen Leistung. 

Sollten die Angaben bzgl. deiner Leistungen nicht der Wahrheit entsprechen, solltest du deinen Vorgesetzten unbedingt darauf ansprechen und eine Änderung verlangen. Ist der Umfang der Änderungen angemessen und nachvollziehbar, wird dein Vorgesetzter das Zeugnis in den meisten Fällen umschreiben. Wichtig ist, dass du schlechte Bewertungen nicht einfach hinnimmst, sondern eine Nachbesserung verlangst. Schließlich könnte dir sonst vielleicht dein Traumjob entgehen. 

Sollte dein Chef den Änderungswünschen nicht nachkommen, kann eine Änderung als letzte Bastion auch vor dem Arbeitsgericht eingeklagt werden. Solltest du mit “mangelhaft” oder “ausreichend” bewertet worden sein, muss der Arbeitgeber vor Gericht beweisen, dass die Arbeitsleistung tatsächlich nicht mindestens “befriedigend” war. Wenn du gerichtlich gegen ein gutes oder ein befriedigendes Zeugnis vorgehen willst, liegt die Beweislast bei dir, das heißt du musst dann beweisen, dass deine Leistungen besser waren, als im Zeugnis beschrieben.  

Wie gut ist mein Zeugnis wirklich? 

Arbeitszeugnisse werden üblicherweise in Schulnoten klassifiziert. Mit den folgenden Formulierungen kannst du deine Beurteilung als Note identifizieren: 

Die Arbeitsleistung war… 

… stets zu unserer vollsten Zufriedenheit = 1 sehr gut 

… stets zu unserer vollen Zufriedenheit = 2 gut 

… stets zu unserer Zufriedenheit = 3 befriedigend 

… zu unserer Zufriedenheit = 4 ausreichend 

… im Großen und Ganzen zu unserer Zufriedenheit = 5 mangelhaft 

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Mobbing am Arbeitsplatz – So kannst du dich wehren

Mobbing und Diskriminierung am Arbeitsplatz sind leider keine Seltenheit. Doch was kann ich tun, wenn ich selbst betroffen bin? 

Zunächst sollte geklärt werden, ob es sich tatsächlich um Mobbing handelt. Voraussetzung hierfür ist, dass eine einzelne Person wiederholt und regelmäßig geärgert, schikaniert, ausgegrenzt oder beleidigt wird. Ein blöder Spruch vom Kollegen ist zwar unschön, gilt aber nicht gleich als Mobbing. 

Du bist von Mobbing betroffen?
Das solltest du beachten!

Oft beginnt es mit einem Konflikt unter Kollegen, der scheinbar kein Ende nehmen will. Immer wieder wird die betroffene Person ausgeschlossen, angefeindet oder schlimmeres. Zu Beginn wird solches Verhalten oft hingenommen, in der Hoffnung dass es wieder nachlässt. Doch schnelles Handeln kann verhindern, dass sich das Mobbing verselbstständigt und kann so gestoppt werden. Als erstes sollte sich die betroffene Person an vertraute Kollegen oder Vorgesetzte wenden. Oft kann ein klärendes Gespräch mit dem Chef dazu führen, dass die Mobber ihr Fehlverhalten einsehen und es dann einstellen. Falls vorhanden, ist unbedingt der Betriebsrat zu informieren. Dieser nimmt sich der Problematik an und hilft den betroffenen Personen. Sollte es keinen Betriebsrat geben, oder sollte dieser keine Besserung bewirken, so sind rechtliche Maßnahmen zu ergreifen. 

Rechtliche Schritte gegen Mobbing

Haben die Gespräche mit den Vorgesetzten, dem Betriebsrat oder anderen Vertrauenspersonen keine Besserung bewirkt, können rechtliche Schritte eingeleitet werden. Ein Mobbing-Tagebuch, in dem die betroffene Person jegliche Vorfälle festhält, kann dabei sehr hilfreich sein. Auch Arztbesuche, die aufgrund des Mobbings stattgefunden haben, sollten dort festgehalten werden. 

In Deutschland gibt es bisher kein “Anti-Mobbing-Gesetz”. Trotzdem verstoßen Mobber gegen gesetzliche Regelungen, wie z.B. das Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG) oder das Allgemeine Gleichstellungsgesetz (AGG). Nach dem AGG kann ein Arbeitnehmer, der aus Gründen der Rasse, der ethnischen Herkunft, der Religion, der Weltanschauung, des Geschlechts, des Alters, der sexuellen Identität oder einer Behinderung nicht befördert oder gar nicht erst eingestellt wird, eine Geldentschädigung verlangen. 

Des Weiteren kann der Betriebsrat eine Versetzung oder (in besonders schweren Fällen) die Kündigung der jeweiligen Mitarbeiter verlangen. Dem Antrag des Betriebsrates muss dann ein Arbeitsgericht zustimmen.

Frist zur Geltendmachung von Schadensersatzansprüchen einhalten 

Wichtig ist, die gesetzliche Frist zur Geltendmachung von Schadensersatzansprüchen einzuhalten. Sie beträgt zwei Monate und beginnt mit Ablauf des Tages, an dem die Benachteiligung aufgrund von Diskriminierung bekannt wird. Bei Bewerbungen beginnt die Frist mit der Absage. 

Wie LegalHero Anna geholfen hat 

Unsere Experten kennen die rechtlichen Vorschriften und wissen, was in Mobbingfällen zu tun ist. Natürlich wird versucht ein Rechtsstreit zu vermeiden, wenn möglich. 

So auch im Fall von Anna aus Berlin. Sie wandte sich an LegalHero, da sie von ihren Kollegen unfair behandelt wurde. Angefangen hat es mit sozialen Ausgrenzungen. Ihre Kollegen gingen ohne sie in die Mittagspause und auch bei der Kaffeepause wollte keiner mit ihr reden. Später folgten Hänseleien, die Anna das arbeiten erheblich erschwerten. Ihr Telefon wurde regelmäßig versteckt, so dass sie wichtige Kunden nicht rechtzeitig erreichen konnte. Ihr Vorgesetzter wollte von den Problemen nichts wissen und nahm ihre Lage nicht ernst. 

Wir bei LegalHero konnten Anna helfen und mit ihr gemeinsam das weitere Vorgehen planen. Als unabhängige Rechtsexperten konnten unsere Mitarbeiter Annas Arbeitgeber auf seine Fürsorgepflicht (§241 BGB) hinweisen, nach welcher er haftbar gemacht werden kann, wenn er nichts gegen Mobbing am Arbeitsplatz unternimmt. Anna hätte auf Schmerzensgeld oder Schadensersatz klagen können, wenn der Arbeitgeber nicht gehandelt hätte. Zum Glück wurde Annas Arbeitgeber aber schnell bewusst, welches Risiko er hat und wie sehr Anna unter dem Druck des Mobbings leidet. 

In nur wenigen Gesprächen, die in Annas Betrieb daraufhin geführt wurden, konnte die Situation aufgeklärt werden und die Verantwortlichen sahen ihr Fehlverhalten letztlich doch ein. Anna hat nun ein normales, kollegiales Verhältnis mit ihren Mitarbeitern und ist endlich wieder in der Lage konzentriert zu arbeiten.

Wie Mehdi eine Geldentschädigung erhalten hat 

Mehdi arbeitete über Sieben Jahren im Vertrieb von Elektronikgeräten in einem Online-Versandhandel. Trotz seiner Erfahrung und den stets guten Absatzzahlen wies sein Vorgesetzter ihn nur mit einem Lächeln ab, als Mehdi ihn um eine Gehaltserhöhung bat. Als ein neuerer Kollege, deutscher Herkunft, zum neuen Verkaufsleiter befördert wurde, obwohl Mehdi die gleichen Qualifikationen und wesentlich mehr Erfahrung hat, reicht es ihm. Bei LegalHero lässt er sich beraten. Er erfährt von seinem Beschwerderecht und wir helfen ihm Beschwerde beim Betriebsrat einzureichen. 

Nach gescheiterten Gesprächen mit dem Arbeitgeber, reichen unsere Partneranwälte, unter Berücksichtigung der Zwei-Monats-Frist, Klage beim Arbeitsgericht ein. Der Grund: Mehdis Arbeitgeber verstößt gegen das Allgemeine Gleichstellungsgesetz (AGG). Demnach ist es unzulässig Mitarbeiter wegen Ihrer Herkunft oder Religion zu benachteiligen. 

Die Klage wurde anerkannt und Mehdis Arbeitgeber wurde nach §15 AGG dazu verurteilt, Schadensersatz zu leisten. Dieser wurde nach der Gehaltserhöhung berechnet, die Mehdi ursprünglich nicht bekommen hatte. 

Mehdi ist überglücklich, dass er schließlich doch das erhielt, was ihm zustand. 

Mit dem Geld, das er nun erhalten hatte, konnte er sich auf die Suche nach einer neuen Arbeitsstelle konzentrieren und leitet nun ein kleines Verkaufsteam in einer Firma, die niemanden wegen seiner Herkunft diskriminiert.